Rolle Definiert Aufgaben, Eigenschaften und vor allem Rechte eines Benutzers in einer Software bzw. in einem Betriebssystem. Benutzerrollen werden verwendet um die Einstellungen der vorgenannten Bereiche nicht für jeden Nutzer einzeln festlegen zu müssen. Statt Benutzern Rechte direkt zuzuweisen, wird eine Benutzerrolle definiert, die dann vielen Benutzern zugeordnet werden kann.
Dies erleichtert die Rechteverwaltung des Softwaresystems, da insbesondere bei Änderungen der Rechtestruktur nur die Rechte der Benutzerrolle angepasst werden muss.
HTML (Hypertext Markup Language)
Dokumentenformat zur Auszeichnung von Hypertext im World Wide Web und wurde 1989 von Tim Berners-Lee am CERN in Genf festgelegt.
Sie basiert auf der Metasprache SGML, die zur Definition von Auszeichnungssprachen verwendet wird. HTML ist also eine Auszeichnungssprache zur Beschreibung von Informationen in Hypertexten.
HTML wurde vom World Wide Web Consortium (W3C) weiterentwickelt, ist aber mittlerweile zugunsten von XHTML aufgegeben worden.
Usability (Gebrauchstauglichkeit)
Bezeichnet den Eignungsgrad einer Sache oder eines Systems in Bezug auf seinen Verwendungszweck in einem bestimmten Benutzungskontext.
Die U. beruht unter anderem auf Gebrauchseigenschaften und den Bedürfnissen des Nutzers; somit gibt es neben einer objektiven Beurteilung auch eine subjektive Beurteilung, die von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich ausfallen kann.
JavaScript (JavaScript)
Objektbasierte Skriptsprache, die von der Firma Netscape entwickelt wurde, um statische HTML-Seiten dynamisch zu gestalten. Im Gegensatz zu serverseitigen Skriptsprachen wie zum Beispiel Perl oder PHP wird J. auf dem Client ausgeführt.
Mittels einer Schnittstelle zum Document Object Model (DOM) können Elemente der Webseite manipuliert werden, nachdem diese zum Client übertragen wurden.
IP (Internet Protocol)
Ein in Computernetzen weit verbreitetes Netzwerkprotokoll. Es ist eine (bzw. die) Implementierung der Internet-Schicht des TCP/IP-Modells bzw. der Vermittlungs-Schicht des OSI-Modells.
IP bildet die erste vom Übertragungsmedium unabhängige Schicht der Internet-Protokoll-Familie. Das bedeutet, dass mittels IP-Adresse und Subnetzmaske (subnet mask) Computer innerhalb eines Netzwerkes in logische Einheiten, so genannte Subnetze, gruppiert werden können. Auf dieser Basis ist es möglich, Computer in größeren Netzwerken zu adressieren und Verbindungen zu ihnen aufzubauen, da logische Adressierung die Grundlage für Routing (Wegewahl und Weiterleitung von Netzwerk-Paketen) ist. Das Internet Protocol stellt die Grundlage des Internets dar.
Java Objektorientierte Programmiersprache und als solche ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Sun Microsystems. Sie ist eine Komponente der Java-Technologie.
Javaprogramme werden in plattformunabhängigen Bytecode übersetzt (compiliert). Dieser wird in einer speziellen Umgebung, der Java-Laufzeitumgebung oder Java-Plattform, ausgeführt, deren wichtigster Bestandteil die Java Virtual Machine ist. Um ein existierendes Javaprogramm auf einer weiteren Plattform laufen zu lassen ist es also nur notwendig, dass dort eine Java-Laufzeitumgebung vorhanden ist. Dieses Ideal wird von Sun "write once - run everywhere" genannt. Anders als bei Sprachen wie C/C++ wird die Portierung also nicht von den Programmierern eines Programms, sondern von denen der Java-Laufzeitumgebung übernommen.
Apple (Apple Computer, Inc.)
Computerfirma mit Sitz in Cupertino, Kalifornien (USA), die sowohl Computer und Unterhaltungselektronik als auch Betriebssysteme und Anwendungssoftware herstellt. Der Siegeszug des PC in den 1970er Jahren, die Einführung der grafischen Benutzeroberfläche und der Maus in den 1980er Jahren geht auf das Unternehmen zurück.
Aktuell hat A. mit seinem Betriebssystem einen Marktanteil von 4,5 %.
Microsoft Microsoft ist der weltweit größte Softwareanbieter mit Hauptsitz in Redmond, einem Vorort von Seattle (US-Bundesstaat Washington). Das Unternehmen wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet. Der Name „Microsoft“ steht für Microcomputer-Software und wurde zum ersten Mal am 29. November 1975 von Bill Gates in einem Brief an Paul Allen benutzt. Am 26. November 1976 wurde „Microsoft“ eine eingetragene Handelsmarke. Derzeitiger CEO ist Steve Ballmer.
Nach anfänglichen Erfolgen mit einem BASIC-Interpreter gelang der Firma mit ihrem 1981 erschienenen Betriebssystem MS-DOS für den IBM-PC der Durchbruch zum Marktführer für Betriebssysteme auf PC-Basis sowie in der Folge für Office-Produkte und andere Applikationen, eine Position, die sie bis heute unter Microsoft Windows gehalten hat.
Browser Computerprogramm zur Betrachtung von Webseiten, ermöglicht Navigation durch das World Wide Web.
CSS (Cascading Style Sheets)
Deklarative Sprache für strukturierte Dokumente. Sie wird fast ausschließlich zusammen mit HTML und XML eingesetzt. CSS soll dabei festlegen, wie ein besonders ausgezeichneter Inhalt dargestellt werden soll. Dazu ist es wichtig, das HTML oder XML so zu gestalten, dass die Abschnitte, deren Aussehen gleich sein soll, auch als Gruppe erkannt werden können. Man zeichnet im Dokument also die Bedeutung des Inhalts aus, während das Aussehen dieser ausgezeichneten Abschnitte im CSS festgelegt wird.
CSS ermöglicht es, die Darstellung dem jeweiligen Ausgabemedium (zum Beispiel Papier, Projektion, Sprache usw.) entsprechend anzupassen. Das ist nützlich, um zum Beispiel Hyperlinks beim Drucken extra aufzuführen, oder um für ein Anzeigemedium wie einen PDA oder ein Mobiltelefon mit geringerer Auflösung die Anzeige zu optimieren (geringere Seitenbreite und -höhe).
Offsetdruck Der Offsetdruck ist ein indirektes Flachdruckverfahren, das im Buch-, Zeitungs-, Akzidenz- und Verpackungsdruck weit verbreitet ist. Er entstand aus dem Steindruck und beruht auf dem unterschiedlichen Benetzungsverhalten verschiedener Stoffe.
Der moderne Offsetdruck ist eine Weiterentwicklung der 1789 von Alois Senefelder erfundenen Lithographie (ebenfalls ein Flachdruckverfahren). Dabei wurden Steinplatten als Druckformen mittels Handpressung verwendet. Sowohl die Papierzuführung als auch die Abnahme nach dem Druck erfolgte per Hand. Im Laufe der Jahre wurden statt der Steinplatten biegsame Metallplatten als Druckformen benutzt. Meistens wurde von Zinkplatten gedruckt. In diesem Zusammenhang ergab sich das Problem, dass von den Zinkplatten nicht auf Blechtafeln (hart auf hart) gedruckt werden konnte. Um dieses Problem zu lösen, wurde ein elastischer Gummizylinder zwischengeschaltet. Hierdurch entstand der indirekte Flachdruck, beziehungsweise der indirekte Gummidruck, der später in den Offsetmaschinen angewendet wurde.
RAL (Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen)
Normung für verschiedene Farben, wie sie im Maschinenbau oder in der Bautechnik verwendet werden; das Akronym stand ursprünglich für Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen. Heute hat das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V. unter anderem die Aufgabe, diese Tradition fortzusetzen und neuere Entwicklungen auf dem Gebiet der Farb-Normung umzusetzen.
SEO (Search engine optimization, Suchmaschinenoptimierung)
Methoden, die dazu dienen, Webseiten bei betreffenden Suchbegriffen in den Ergebnisseiten von Suchmaschinen auf höheren Plätzen erscheinen zu lassen.
bezeichnet auch die Tätigkeit von Firmen und Beratern, die anbieten, Webseiten für Suchmaschinen zu optimieren und für Vernetzung der Internetpräsenz durch Verlinkung im Web zu sorgen. Oberbegriffe sind neben anderen Internet-Marketing, Online-Marketing und Webpromotion.
Bot Computerprogramm, das weitgehend autonom solchen Aufgaben nachgeht, mit denen eine menschlich-interaktiv gesteuerte Software zeit- oder mengenmäßig überfordert wäre.
Bit Sowohl der Gebrauch als auch die Schreibweise (Bit oder bit) sind dabei uneinheitlich und variieren in der Literatur; einige häufig, aber nicht immer verwendete Konventionen finden sich im Abschnitt Schreibweise. Es handelt sich um eine Wortkreuzung aus binary digit, englisch für Binärziffer.
Mozilla Auch Mozilla Suite oder Mozilla Application Suite; neuer Name seit Mozilla die Entwicklung abgebrochen hat: SeaMonkey, ist eine aus Webbrowser, E-Mail-Programm und weiteren Werkzeugen bestehende freie Programmsammlung, die von einer Entwicklergruppe um mozilla.org unter der Mozilla Public License, der GNU General Public License (GPL) sowie der GNU Lesser General Public License (LGPL) entwickelt wird.
Mozilla basiert auf dem 1998 von der Netscape Corporation freigegebenen Quellcode des Netscape Communicators; von dieser Codebasis enthält Mozilla allerdings nicht mehr viel. Mozillas (neugeschriebene) interne Layout-Maschine heißt Gecko.
EDI (Electronic Data Interchange)
Sammelbegriff aller elektronischen Verfahren zum asynchronen und vollautomatischen Versand von strukturierten Nachrichten zwischen Anwendungssystemen unterschiedlicher Institutionen.
\.NET (DOT NET)
Implementierung des Common-Language-Infrastructure-Standards für Windows durch den Softwarehersteller Microsoft, entsteht neben einer virtuellen Laufzeitumgebung aus einem Framework von Klassenbibliotheken (API) und aus angeschlossenen Diensten, die gemeinsam eine Basis für Eigenentwicklungen bieten.
Anwendungsprogramme für .NET liegen nicht in Maschinencode, sondern in einem Zwischencode vor und benötigen die .NET-Laufzeitumgebung, ähnlich wie etwa Java-Programme eine Java Runtime Environment benötigen.
Linux GNU/Linux, freies und plattformunabhängiges Mehrbenutzer-Betriebssystem für Computer, das Unix ähnlich ist. Erstmals eingesetzt wurde Linux 1991 nach der Veröffentlichung des ersten Linux-Kernels durch Linus Torvalds.
Das aus verschiedenen Teilen bestehende Betriebssystem wird heute von Softwareentwicklern auf der ganzen Welt weiterentwickelt, die an den verschiedenen Projekten mitarbeiten. Daran sind sowohl einzelne Personen als auch Stiftungen, größere und kleinere Projekte, aber auch kommerzielle Unternehmen beteiligt. Im praktischen Einsatz werden meist sogenannte Linux-Distributionen genutzt, in denen verschiedene Software zu einem fertigen Paket zusammengestellt werden.
Internet Explorer Der Internet Explorer, demnächst Windows Internet Explorer (Abkürzung: IE oder MSIE), ist ein Webbrowser von Microsoft für das Betriebssystem Microsoft Windows. Seit Windows 95b, SR2 ist der Internet Explorer fester Bestandteil von Windows-Betriebssystemen. Bei älteren Windows-Versionen kann er nachinstalliert werden. Für einige Zeit gab es auch Versionen für Unix-Derivate (wie Solaris und AIX) und für Mac OS. Die derzeit aktuelle Version 6.0 SP2 ist nur für Windows XP mit dem Service Pack 2 erhältlich. Die aktuelle Entwicklerversion ist 7.0 Beta 2.
WAN (Wide Area Network)
Computernetz, das sich im Gegensatz zu LANs oder MANs über einen sehr großen geografischen Bereich erstreckt. Die Anzahl der angeschlossenen Rechner ist auf keine bestimmte Zahl begrenzt. WANs erstrecken sich über Länder oder sogar Kontinente. WANs werden benutzt, um verschiedene LANs, aber auch einzelne Computer miteinander zu verbinden. Einige WANs gehören bestimmten Organisationen und werden ausschließlich von ihnen genutzt. Andere WANs werden durch Provider errichtet oder erweitert, um einen Zugang zum Internet anbieten zu können.
Flash (Macromedia Flash)
Proprietäre integrierte Entwicklungsumgebung zur Erzeugung von Flash-„Filmen“ im SWF-Format, einem auf Vektorgrafiken basierenden Grafik- und Animationsformat der amerikanischen Firma Adobe (vormals Macromedia).
Flash findet heutzutage auf vielen Webseiten Gebrauch, sei es als Werbebanner oder in Form kompletter Flash-Seiten. Die Quelldateien (FLA-Dateien) werden zum Einsatz auf einem Webserver in SWF-Dateien kompiliert (übersetzt) und dabei auf Wunsch auch komprimiert. Die FLA-Dateien werden nur von den Autoren während der Entwicklung verwendet und sind veränderbar.
Die kompilierten SWF-Dateien sind für die Anzeige im Webbrowser gedacht und können nicht mehr verändert werden. Mittlerweile können SWF-Dateien auch von anderen Programmen erzeugt werden. Um Flash-Dateien betrachten zu können, ist ein Browser-Plugin erforderlich.
Pixel (Bildpunkt, Bildelement, PX)
die kleinste Einheit einer digitalen Rastergrafik, als auch deren Darstellung auf einem Bildschirm mit Rasteransteuerung
ANSI (American National Standards Institute)
US-amerikanische Stelle zur Normung industrieller Verfahrensweisen. Es ist Mitglied in der International Organization for Standardization (ISO).
Das deutsche Gegenstück ist das "DIN Deutsches Institut für Normung e.V.".
Obwohl die ANSI-Normen viele Bereiche abdecken, ist mit der alleinstehenden Abkürzung "ANSI" in der Computertechnik eine bestimmte Gruppe von Zeichensätzen basierend auf ASCII gemeint.
Bei Datenbanken kann die ANSI-SPARC-Architektur, auch Drei-Ebenen-Architektur, zum Einsatz kommen. Sie beschreibt die grundlegende Definition eines Datenbanksystems.
ELV (Elektronisches Leistungsverzeichnis)
In der Laboratoriumsmedizin ein Verzeichnis aller möglichen leistbaren Analysen, verknüpft mit zugrunde liegenden Indikationen, Probenentnahmen, Profilierungen, der Präanalytik, dem Material und eventuellen Funktionstests.
Schriftgrad (Schriftsatzmaß)
Maßsystem in der Typografie, mit dem bei Druckerzeugnissen Schriftgrößen, Zeilenabstände und ähnliches gemessen werden. Festgeschrieben sind die Maße in der DIN 16507-1.
Mit dieser Maßeinheit wird nicht die tatsächliche Buchstabengröße (Versalhöhe) gemessen, sondern die so genannte Kegelhöhe. Der Kegel ist im Bleisatz der Körper, der den (meist kleineren) Buchstaben trägt.
Das Messgerät für in Punkt anzugebende Größen ist das Typometer.
LIS (LIMS, Laborinformations(Management)System)
Softwaraesysteme befassen sich mit der Datenverarbeitung im chemischen, physikalischen, biologischen, medizinischen Labor. Prinzipiell kann man jedes Labor hier einordnen, aber in nicht allen genannten Branchen spricht man zwingend von LIS.
Die Aufgaben von LIMS leiten sich im Wesentlichen aus der Chemometrik her. Es werden unterschiedliche Prinzipien gemäß der zu begleitenden Prozesskette umgesetzt. In der Regel werden zwei Systemstränge umgesetzt:
EN (Europäischen Normen )
Regeln, die von einem der drei europäischen Komitees für Standardisierung Europäisches Komitee für Normung (CEN), Europäisches Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) oder Europäisches Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) ratifiziert worden sind. Alle EN-Normen sind durch einen öffentlichen Normungsprozess entstanden.
DIN (DIN-Norm, Deutsche Industrie Norm)
unter Leitung eines Arbeitsausschusses im Deutschen Institut für Normung erarbeiteter freiwilliger Standard, in dem materielle und immaterielle Gegenstände vereinheitlicht sind. DIN-Normen entstehen auf Anregung und durch die Initiative interessierter Kreise (in der Regel die deutsche Wirtschaft), wobei Übereinstimmung unter allen Beteiligten hergestellt wird.
Auf internationaler Ebene erarbeitete Standards sind zum Beispiel ISO-Normen.
Arbeitsanweisung, welche das Vorgehen innerhalb eines Arbeitsprozesses beschreibt. Häufig wiederkehrende Arbeitsabläufe werden textlich beschrieben und den Ausführenden erklärend an die Hand gegeben.
Von der Erstellung bis zur Einführung einer SOP sind immer folgende Schritte verbunden:
* Dokumentation (beispielsweise Beschreibung eines Ablaufes),
* Prüfung durch zweite Person mit Unterschrift und angewandten Prüfkriterien,
* Information und Schulung der Betroffenen sowie
* Änderungsmanagement.
Eine SOP beinhaltet meist eine eindeutige Kennzeichnung, ein Gültigkeitsdatum oder -zeitraum und den Namen des Prüfers mit Unterschrift.
Von ganz entscheidener Bedeutung ist es, ob man eine Schrift für Headlines oder für den Mengentext einsetzen will. Grob definiert reichen die Schriftgrade mit Mengentextcharakter von 9px bis 15px (Es gibt die Unterscheidung zwischen Pixelpunkten »PX« und Schriftsatzpunkten »PT« ). Was darüber hinausgeht, wirkt schon zu groß und erinnert an Seitengestaltung für Sehbehinderte.
Überschriften hingegen beginnen etwa bei ca. 15px Schriftgrad und können beliebig groß werden. Eine Verdoppelung des Schriftgrades (z. B. von 12px auf 24px) zieht eine Vervierfachung der verwendeten Pixel nach sich: Der individuelle Charakter einer Schrift bildet sich so viel deutlicher heraus.
Während es in langen Fließtexten primär um gute Lesbarkeit geht – unter anderem, weil es am Bildschirm ohnehin schon schwer genug ist – kann und sollte man bei den Headlines durchaus auch die formale Schönheit und den Charakter einer Schrift in seine Entscheidung mit einbeziehen.
Serifen oder nicht?
Im Normalfall gilt, dass eine hochwertige Serifenschrift, im Vergleich zu einer Grotesken, für den Fließtext besser geeignet ist: Die Serifen erwirken eine stärkere Zeilenbildung, ihre Formgebung treibt das Auge in Leserichtung, die individuellere Form einzelner Buchstaben führt zu prägnanteren und damit schneller erfassbaren Wortbildern.
Diese Binsenweisheiten würden zwar prinzipiell auch am Bildschirm gelten. Doch wie sieht es aus, wenn so ein kleines »n« nur 6 Pixel hoch ist? Und das große »R« gerade mal 9 Pixel? Ist da noch viel mit Serifenformgebung und prägnanten Wortformen? Nein, in diesen Pixeldimensionen kämpft jede Schrift ums nackte Überleben, beziehungsweise darum, überhaupt noch unterscheidbar zu sein. Bei 11 Pixel Kegelhöhe zählen ganz andere Dinge als beim Offsetdruck in 11 Punkt.
Im Klartext: Eine Serifenschrift, gesetzt in 11px oder weniger, ist auf dem Bildschirm unbrauchbar, ganz besonders im ungeglätteten Zustand. Und das bringt uns zum nächsten Thema.
Glättung oder nicht?
Dies ist eigentlich eine Pseudo-Frage, denn wir HTML-Schaffenden haben leider nicht die Wahl! Machen wir einen kurzen Exkurs zu unseren geschätzten Kollegen, den Flash-Gestaltern, die sich in einer beneidenswerten Situation befinden: Völlige Schriftfreiheit bei jeder typografischen Entscheidung! Ein Flasher kann jede Schrift aus den vergangenen 500 Jahren in geglätteter Form in seine Gestaltung einbetten. Dadurch, dass das Flash-PlugIn systemübergreifend identisch ist, wird sein Entwurf auf jedem Rechner der Welt die gleiche hübsche Schriftglättung aufweisen.
Darüber hinaus kann unser Kollege sich aus der ständig wachsenden Zahl von ungeglätteten Pixelschriften bedienen. Es gibt hier, neben viel Schrott, einige exzellente Exemplare, die jeden HTML-Designer blass vor Neid werden lassen.
Im HTML-Design spielt die Glättung zwar seit einigen Jahren auch eine wichtige Rolle, jedoch haben die Web-Designer darauf absolut keinen Einfluss: Ob eine Schrift geglättet wird – und wenn ja, ab welchem Schriftgrad –, bestimmt das Betriebssystem, der Browser und eventuell der Nutzer – wenn er die richtigen Einstellungen findet, um das Anti-Aliasing nach seinen Wünschen zu beeinflussen.
Sämtliche Kombinationen aufzuzählen, wäre hier müßig; nur soviel: Windows besitzt seit XP eine systemweite Schriftglättung, MacOS X schon etwas länger. Safari glättet sämtliche Schriften, Mozilla ist da etwas behutsamer. Windows 98 glättet in bestimmten Fällen. Linux beherrscht mit den modernen Distributionen und unter KDE/Gnome auch Anti-Aliasing.
Ein genereller Vorteil von Schriftglättung ist der, dass eine Schrift hierbei nicht Pixel für Pixel in Buchstabenform und Kerning optimiert werden muss, um auf dem Bildschirm einigermaßen vernünftig auszusehen. Durch Anti-Aliasing können außerdem auch halbe Pixel bzw. Viertelpixel simuliert werden, was entscheidende Vorteile mit sich bringt, zum Beispiel bei der Festlegung der Laufweite per CSS.
Schriften definieren
Es gibt bekanntermaßen nur eine Handvoll Schriften, die wirklich bei jedem Internet-Surfer auch korrekt angezeigt werden. Dabei kann der Browser des Nutzers prinzipiell jede Schrift darstellen, die auf dem System installiert und aktiv ist.
Es gibt durchaus Fälle, in denen man seine Zielgruppe kennt und die Schriftwahl entsprechend anpassen kann: Eine Seite mit Tuning-Tipps für MacOS X kann getrost mit Headlines in der Lucida Grande gesetzt werden – eine der nicht deaktivierbaren Systemschriften von MacOS X. Gleiches gilt beispielsweise für die Verwendung der Tahoma auf Windows-spezifischen Websites.
Es gibt folgende zwei Grundhaltungen:
Verwendung der Basis-Fonts, sprich Arial, Times New Roman und Courier. Da weiß man, was man hat.
Verwendung auch exotischerer Schriften mit dem Alternativen Angebot. Bei Jeffrey Zeldman, dem CSS-Pionier, sieht das beispielsweise so aus: »Lucida Grande«, »Trebuchet MS«, »Bitstream Vera Sans«, Verdana, Helvetica, sans-serif.
Mit einer umfangreichen Schriftenliste hat man nicht mehr die Kontrolle darüber, wie die Website denn nun tatsächlich beim User dargestellt wird. Für Verfechter der Usability-Philosophie, nach der man dem Nutzer möglichst viele Entscheidungen über das Erscheinungsbild der Website selbst überlässt, dürfte das kein Problem darstellen.
Wer jedoch seinen Entwurf als heilig ansieht, wie die meisten Grafik-Designer und Typografen das tun, muss sich eben auf die Basics beschränken und kann bei dieser Gelegenheit auch gleich darüber schimpfen, dass er keine Kontrolle über die Schriftglättung besitzt (siehe oben).
Die Web-Schriften im Detail
Der Urvater aller Web-Schriften: Die Arial ist seit Windows 3.1 fester Bestandteil des Microsoft-Betriebssystems und somit die verbreitetste Schrift des Universums. Auf Apple-Rechnern ist sie seit MacOS 9 zu finden oder kam bereits davor Huckepack mit Microsoft Office bzw. dem Internet Explorer. Nur Linux-Anhänger müssen leider draußen bleiben; Seltsamerweise bietet Microsoft die Arial nämlich nicht zum freien Download an.
Es ist ja viel Böses geschrieben worden über dieses missratene Helvetica-Plagiat (unter anderem von mir), doch man muss fairerweise zugeben, dass die Arial auf dem Bildschirm eine ganz gute Figur macht – zumindest im Fließtext. Für den Druck sollte man sie allerdings lieber nicht verwenden.
In den letzten Jahren haben sich viele Web-Designer von der Arial abgewandt, so dass man heute schon fast wieder trendy ist, wenn man sie einsetzt.
Es ist tatsächlich so: Die Times New Roman sieht tatsächlich ein wenig anders aus als die Times (ohne New Roman). Doch diesen Unterschied wird man nur im direkten Vergleich sehen.
Erik Spiekermann hat die Times einmal als das typografische Suppenhuhn bezeichnet und meinte damit, dass sie schnöde Allerweltskost darstellt, ohne Charakter oder Charme. Recht hat er. Ich persönlich finde, dass sie auf dem Bildschirm nur im Bereich von 12px–15px erträglich ist: Ist sie kleiner, sumpfen die Serifen zu und alles wird unleserlich; ist sie größer, wird erst deutlich, aus was für ruppigen und unförmigen Buchstabenformen sie besteht.
Leider kommt man nicht ganz um die Times New Roman herum, schließlich ist sie immer noch die einzige hundertprozentig verbreitete proportionale Serifenschrift.
Die Courier ist auf dem Bildschirm grauenvoll, was damit zusammenhängt, dass sie eigentlich für Schreibmaschinen entworfen wurde. Dass man diese Buchstabenformen nicht so einfach auf den Bildschirm übertragen kann, sollte einleuchten. Nicht jedoch den brachialen Microsoft-Leuten. Man hätte meines Erachtens wesentlich mehr Ästhetik und Lesbarkeit rausholen können.
Erstaunlich ist, dass die ursprüngliche Courier (ohne New) unter der Schriftglättung von MacOS X besser aussieht als die angeblich bildschirmoptimierte Courier New. Letztere ist jedoch genauso verbreitet wie Arial und Times New Roman und bildet somit den Abschluss des harten Kern-Trios der Web-Schriften.
Die Georgia ist eigentlich das, was die Times New Roman hätte werden sollen: Eine freundliche, formschöne Serifenschrift. Gut geeignet für die etwas wärmere, persönliche Note. Mit einer wunderbaren echten Kursiven. Und mit Mediävalziffern. Ihre wahren Stärken spielt die Georgia vor allem in geglätteter Darstellung aus.
Trebuchet
Microsoft hat mit dieser Schrift ganze Arbeit geleistet. Die Trebuchet ist eine verhältnismäßig schmale Groteske mit mehr Charme und individuelleren Formen als Arial oder Verdana. Sie besitzt sogar eine echte Kursive, was für serifenlose Schriften eine Besonderheit darstellt.
Man sollte auch bei der Trebuchet mit dem Schriftgrad aufpassen: Unter 12px kann das ungeglättet ziemlich leicht in die Hose gehen. Für Überschriften aller Art ist die Trebuchet jedoch in jedem Falle einen Versuch wert.
Die Geschichte der Trebuchet verläuft parallel zur Georgia und man kann und darf sie als Freeware herunterladen.
Verdana
Die Verdana entstand zeitlich etwas vor Georgia/Trebuchet, nämlich 1994, und gilt als die am besten lesbare Web-Schrift in kleineren Schriftgraden. Die Verdana ist auch in 9px gut zu erkennen. Sie wirkt sogar in groß gesetzten Überschriften noch ganz akzeptabel, wenn auch ein wenig grobschlächtig.
Die universelle Einsatzfähigkeit bezahlt sie mit dem Preis der Charakterlosigkeit. Die Verdana ist das Arbeitstier unter den Web-Schriften und nicht dazu gedacht, aus der Masse hervorzustechen. Es gibt außerdem ein seltsames Problem mit dem fetten Schnitt: Dieser ist nämlich unter MacOS X sehr fett geraten, was mich zwar wundert, aber leider den Tatsachen entspricht.
Dennoch ist man mit der Verdana immer gut beraten, wenn es um Lesbarkeit und Klarheit im Web geht, zumal sie fast ebenso verbreitet ist wie die Arial.
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